Zunfthaus


Gasthof Falken

Die Gemeinde Wiedikon kaufte 1620 ein Haus, das genau dort stand, wo sich heute das Zunfthaus "Falken" befindet. Dieses Gebäude diente fortan als Schulhaus, dort fanden aber auch die Gemeindeversammlungen statt. Da politische Diskussionen immer Durst machen, erlaubte der Rat von Zürich, dass nach den Versammlungen ein "Stubenknecht" Getränke ausschenken durfte.

Der heutige "Falken" allerdings ist das Bauwerk, das 1720/21 anstelle des abgerissenen alten Gebäudes errichtet wurde. Aus dem "Stubenknecht" wurde der "Gesellenwirt", der die "Gemeindetaverne" betrieb. Auf einem Kellerpfosten, der 1752 neu eingezogen wurde, kann man heute noch eine der ältesten Darstellungen des Gemeindewappens mit dem Reichsapfel finden. In diesem Haus befand sich seit 1731 auch die Schildtafel mit den Wappen der Wiediker Bürger, gleichsam die Vorläuferin der Wappentafel der Zünfter.

1842 ging der Wiediker Gemeinderat Abegg mit einem seltsamen Paket in eine Sitzung seiner Behörde. Er packte dort ein Wirtshausschild aus, das er eigenmächtig gekauft hatte. Dieses Wirtshausschild hatte vorher die Weinschenke "Falken" geziert, die nahe der Falkenstrasse beim heutigen Bahnhof Stadelhofen gestanden hatte und damals liquidiert wurde. Der Gemeinderat war mit der Anschaffung einverstanden und nun bekam die Gemeindetaverne endlich einen richtigen Namen.
Aufgedeckter Zunftsaal

Nachdem die Gemeinde Wiedikon den "Falken" 1880 auf einer Gant dem Gemeinderat Wilhelm Stäubli versteigert hatte, wechselten die Eigentümer in rascher Folge. 1895 wurde der Saaltrakt angebaut, in dem die Zunft zu Wiedikon heute ihre Hochfeste feiert.

1907 erwarb die Stadt Zürich, zu der Wiedikon seit der Eingemeindung 1893 gehört, die Liegenschaft und so gehört heute der "Falken" zu den städtischen Fiskalliegenschaften. Die Zunft zu Wiedikon geniesst nach wie vor ihr traditionelles Gastrecht. Kein eigenes Zunfthaus als Eigentümerin zu besitzen, mag für eine Zunft gewisse Nachteile haben. Andererseits ist die Zunft zu Wiedikon so von vielen Lasten und Sorgen befreit, die den Zünftern mit eigenen Zunfthäusern bisweilen schwer zu schaffen machen.

Aus unerfindlichen Gründen wurde unser Zunfthaus vor einigen Jahren in "Falcone" umgetauft.

Zunftlaternen

Seit 2015 feiern wir das Sechseläuten im Restaurant AURA in der Alten Börse. Alle unsere übrigen Anlässe wollen wir aber weiterhin in erster Linie im Falken durchführen.

AURA