Die Wappenkommission der Zünfte Zürichs

Jeder Neuzünfter kommt also bald nach seiner Aufnahme mit der Wappenkommission des Zentralkommitees der Zünfte Zürichs in Kontakt. Dieses Gremium wurde von der Zunftmeisterversammlung vom 13. Juni 1945 ins Amt eingesetzt und besteht derzeit aus neun in der Heraldik beschlagenen Personen.

 

Ein bestandener Zünfter ist beauftragt, als Verbindungsmann der Zunft zur Wappenkommission dem Neuzünfter beizustehen, ihm zu helfen, die nötige Dokumentation zusammenzustellen, und er vertritt den Petenten "anwandschaftlich" in der Sitzung der Wappenkommission, sobald das fragliche Wappen an der Reihe ist.

 

Wenn der Petent auf Grund der vorgelegten genealogischen Dokumente, eventuell von Bestätigungen durch zuständige Staats- oder Gemeindearchive oder anderer Beweismittel nachweisen kann, dass er das präsentierte Wappen zu Recht führen darf, wird es ohne weiteres genehmigt. Der Eintrag der Blasonierung (Wappenbeschreibung) ins Protokollbuch der Wappenkommission ermächtigt den Träger und seine Nachkommen in männlicher Linie, das besagte Wappen auf Wappentafel und Laterne rechtens zu führen.

 

Manchmal geht es nicht so elegant. Bisweilen müssen zusätzliche Dokumente angefordert werden, die das Wappen beglaubigen. Und manchmal steht der Petent vor der betrüblichen Tatsache, dass er bisher ein Wappen geführt hat, das ihm nach heraldischen Grundsätzen nicht zusteht. Wohlgemerkt: Privat darf jedermann jedes Wappen führen, das ihm Freude macht. Aber im zünftigen Rahmen, auf der Wappentafel und den Zunftlaternen, sind nur von der Wappenkommission genehmigte Wappen zugelassen.

 

Aus dieser Notlage gibt es zwei Auswege: Bisweilen genügt eine Brisüre, eine kleine, aber eindeutige Änderung am Wappenbild, und das Problem ist gelöst. Die radikale Lösung ist eine Neuschöpfung. Natürlich muss der künftige Wappenträger diese akzeptieren können. Neuschöpfungen sind auch immer dann nötig, wenn der Petent bisher überhaupt kein Wappen geführt hat. Nicht selten bekommt der Träger eines neugeschaffenen Wappens rasch Freude an seinem Emblem, zumal wenn er bei der Kreation persönlich mitgewirkt hat.