Das zünftige Jahr beginnt mit dem Hauptbott im Januar. Das ist nichts anderes als die Generalversammlung, wie sie jeder Verein durchzuführen hat, und es werden die vereinsüblichen Traktanden behandelt. Eine feierliche Note erhält das Hauptbott allerdings durch das ehrende Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Zünfter.
Das Fest aller Feste ist natürlich das Sechseläuten im April. Darüber hier zu schreiben, hiesse, Eulen nach Athen zu tragen.
Die Wiediker Zünfter versammeln sich am Dienstagnachmittag unmittelbar nach dem festlichen Montag zum Nachsechseläuten, an dem die vorher bestimmten Berichterstatter über Besuche, Reden und Gegenreden ihre Resumés ziehen.
Im milden Juni gehen die Zünfter mit den Damen auf die Sommerfahrt, eine beschwingte kleine Reise mit kulturellen Höhepunkten und einem festlichen Nachtessen an ausgewähltem Ort.
Ganz unter sich sind die Herren beim Herbstausflug im Oktober, im Programm der Sommerfahrt ähnlich, aber doch mit ganz eigenem Charakter.
Der letzte Höhepunkt des Zunftjahres ist das Martinimahl im November, nochmals mit einem rhetorischen Feuerwerk des Zunftmeisters und der Ehrengäste sowie mit der feierlichen Aufnahme neuer Zünfter.
Im Weiteren treffen sich die Zünfter rund viermal im Jahr zu einem Bott, einem gemütlichen gemeinsamen Nachtessen, in der Regel mit einem Vortrag oder einem anderen unterhaltenden oder belehrenden Programm.