Die Bilder stammen aus der Festschrift "Die Zunft zu Wiedikon und ihre Kostüme 1897-1997". Dieses Buch wurde von den Ehrenzünftern zum 100-jährigen Jubiläum der Zunft zu Wiedikon geschenkt. Den Text verfasste Zunftschreiber Walter Kronbichler. Die Bilder stammen aus der Festschrift "Die Zunft zu Wiedikon und ihre Kostüme 1897-1997". Dieses Buch wurde von den Ehrenzünftern zum 100-jährigen Jubiläum der Zunft zu Wiedikon geschenkt. Den Text verfasste Zunftschreiber Walter Kronbichler.

Zünfte? Keine Zürcher Spezialität!

Wiediker Zunftwappen Wiediker Zunftwappen

Das Zunftwesen hat seine Wurzeln in den mittelalterlichen Städten ganz Europas. Auf den Märkten der Städte fand der Güteraustausch zwischen den städtischen Handwerkern und dem bäuerlichen Umland statt. Hinter den Stadtmauern gedieh ein sich immer mehr spezialisierendes Handwerk, wie man etwa am Beispiel der holzverarbeitenden Berufe sehen kann. Diese teilten sich auf in Zimmerleute, Schreiner, Wagner oder Küfer. Nur der professionell geschulte, hochspezialisierte Handwerker konnte noch konkurrenzfähige Produkte anbieten.

 

In den Zünften schlossen sich die Handwerksmeister branchenweise zusammen. Die Gesellen gehörten wohl dazu, aber in zweitrangiger Stellung, wenn sie nicht gar in besonderen Gesellenverbänden organisiert waren. In moderner Terminologie wären die Zünfte zweifellos als Arbeitgeberverbände zu bezeichnen. Ob sie nun Zünfte hiessen, Gilden oder Innungen (in Deutschland), Guilds (in England), Corporations (in Frankreich) oder Arti (in Italien), diese Organisationen sind aus dem mittelalterlichen Wirtschaftsleben nicht wegzudenken.

Zunftwappen schmücken die Fenster der Zunftstube Zunftwappen schmücken die Fenster der Zunftstube

Wie viele Zünfte gebildet wurden, hing von der Einwohnerzahl einer Stadt ab. In einer kleinen Stadt wie Chur wurden ganz verschiedene Handwerkszweige in insgesamt fünf Zünften zusammengewürfelt. Eine Grossstadt wie Florenz zählte rund zwei Dutzend Zünfte; man kann ihre Wappen noch immer am Palazzo Vecchio bewundern. Zürich mit einem guten Dutzend Zünfte hielt eine mittlere Linie ein. Aber auch in Zürich mussten zahlenmässig schwache Berufsgruppen, die für sich allein keine eigene Zunft formieren konnten, irgendwo untergebracht werden, wie etwa die Aerzte und Bader in der Schmiedezunft.