Die Wiediker gründen ihre Zunft

Geschenk der Göttizunft zur Schneidern bei der Gründung und zu Jubiläen Geschenk der Göttizunft zur Schneidern bei der Gründung und zu Jubiläen

Eine ganz neue Lage entwickelte sich, als Zürich 1893 einen ganzen Kranz von selbständigen Vorortsgemeinden in die Stadtgemeinde integrierte, und der Vorgang wiederholte sich noch einmal bei der zweiten Eingemeindungswelle 1934. Sehr rasch wurden in den neuen Quartieren Zünfte der neuen Linie gegründet. So auch in Wiedikon.

 

Am 13. Februar 1897 referierte Carl Gattiker, Aktuar des Quartiervereins Wiedikon, in diesem Kreis über das Projekt einer Zunftgründung. Gattiker kam zum Schluss, "Wiedikon habe das Zeug dazu, eine Zunft zu gründen". Seine Begeisterung wirkte ansteckend, Interessenten meldeten sich, und im Lauf des Jahres 1897 wurden alle formalen Schritte zur Zunftgründung unternommen. Gattiker wurde als erster Zunftmeister gewählt und übte dieses Amt bis 1916 aus. Die ehrwürdigen Zünfte der alten Linie standen dieser wie den anderen Neugründungen sehr wohlwollend gegenüber. Die löbliche Zunft zu Schneidern übernahm die Funktion der Göttizunft unserer Zunft zu Wiedikon, was ihr die immerwährende Zuneigung und Dankbarkeit der Wiediker Zünfter sichert. Am 22. Februar 1898 nahm das Zentralkomitee der Zünfte Zürichs die Zunft zu Wiedikon einstimmig auf.